Wikileaks: ärgerliche Dummheit
29. November 2010


Zum dritten Mal in diesem Jahr schlägt die Whistleblower-Plattform Wikileaks zu. Über 251 000 Dokumente, diplomatische Berichte und Depeschen der US-Regierung sind auf der Internetplattform veröffentlicht worden. Viel dipolmatisches Geplauder mit Unnettigkeiten über die Staatschefs aus den anderen Ländern, alles nicht öffentlich, einiges sogar als streng geheim taxiert.

Nach den Terrorattacken vom 11. September 2001, die durch fehlende Absprache der verschiedenen US Geheimdienste mitverschuldet wurden, plante die Administration unter Präsident George W. Bush eine durchaus vernünftige Massnahme: Die Bündelung sämtlicher Geheimdienstinformationen. Bis zur Publikation der Dokumente auf Wikileaks hatten 800 000 Personen Zugriff auf die Datenbank, selbst auf hochgeheime Dokumente, die problemlos runtergeladen werden können. Als erste Massnahme auf den Datenklau hat das Pentagon den Kreis der Personen, die Zugriff auf besagte Datenbank haben, eingeschränkt und die Download-Funktion deaktiviert.

Ärgerlich an der Geschichte ist, dass Wikileaks durch schiere Dummheit und Inkompetenz bei der Programmierung und Pflege der Datenbank so einfach an hochsensible Daten kommt wie wenn man den Bürokollegen bittet, etwas aus dem Migros mitzubringen.

Von Julian Assange, dem Gründer von Wikileaks, kann man halten, was man möchte. Fakt ist, dass Datendiebstahl über das Internet Diebstahl ist. Schwieriger verhält es sich mit den Vergewaltigungsvorwürfen aus Schweden, sie können stimmen, oder aber einfach nur eine Rufmordkampagne sein.

Da die USA die Geschädigten sind, stehen grosse Zweifel an der Echtheit der Vorwürfe im Raum: wer als demokratischer Rechtsstaat Beweise gegen den Irak fälscht, um gegen ihn in den Krieg zu ziehen, kann auch über die CIA zwei Frauen aus einem neutralen Land dazu zu bringen, mit Assange anzubändeln und ihn wegen Vergewaltigung anzuklagen. – In ihrer Geschichte hat die CIA schon kompliziertere Aktionen „erfolgreich“ durchgeführt. 




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