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Musik mache immer direkt etwas mit uns, so Eicher in einem Interview, ihre Wirkung sei wie bei einem Parfum unberechenbar, das da sei und wieder verschwinde. «Poussière d’or» könnte auch der neue Duft von Dior heissen, Eichers musikalisches Parfum ist voller Klangwolken mit Licht und Emotionen weckend. Dezent und doch genug. Obwohl laut abgemischt, ist es ein leises Album, das einem zum Zuhören zwingt. Die Lautstärke der Instrumente und des Gesangs variieren innerhalb der Songs.
Optisch ist es das Schwesteralbum der «Homeless Songs» von 2019, variiert es dessen Artwork, wiederum gestaltet von Gregor Hildebrand, der für seine Collage ein Foto von Eicher von 1983 verwendete. Damals nahm dieser Teile der «Chansons Bleues» in den Powerplay Studios in Maur auf, für die Basistracks von «Poussière d’Or kehrte er nach über 40 Jahren an den Greifensee zurück.

Musikalisch ist das Album neuklassischer Eicher, seine Gesangsmelodien schrammen knapp am «Mehr vom Gleichen» vorbei und haben mit seinem passablen Stimmumfang und dem nasalen Sprechgesang dennoch überraschend viele Nuancen, weil sich Sänger Eicher ganz in seine vielfältigen und komplexen Arrangements einfügt.
Martin Suter schrieb den Text zu «Bliib No Chli», den Eicher bereits vor Corona live aufführte, die anderen Texte stammen von Philippe Djian. Im Gegensatz zum 2022er-Album «Ode» komponierte Eicher die Musik allein, weshalb das Album aus einem Guss ist.

Stiller Moment mit Espresso. –
Bilder: Annik Wetter (oben) und Michael Jungblut.
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Tracklist:
Poussière D'or
Je Plains Celui
Sauvage Continent
On Dit
Lunière
Fontaine
Toute La Place
Au-Dessus des Blés
Entre Creux Et Bosses
Cheveux Blancs
Bliib No Chli
Au Secours
Erschien am 4. Dezember in der Ausgabe 10/2025.
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