Robin Hood

13. April 2020


In den Lockdown-Zeiten sieht man nicht nur viel mehr Eltern, vor allem auch Väter, mit dem Nachwuchs in den Wald gehen, in Höngg wird seit dem Herbst in den Wäldern gerodet. Und so sind auf dem Hönggerberg, im Grünwald und am Gubrist immer wieder Hütten aus Tannenästen zu sehen.

Bin seit Jahren wieder einmal auf einem Trampelpfad im Grünwald unterwegs, auf dem ich im Frühling 1998 beim Repetieren vor der Lehrabschlussprüfung dem greisen Familienlabrador Volkswirtschaft, Betriebswirtschaftskunde und Rechskunde beigebracht habe. Schulkollegen von mir hatten hier einst auch einmal eine Waldhütte gebaut und darin den Zigarrenvorat aus dem Keller des einen Vaters geschmaucht. Der Grünwald dient aber auch immer wieder als Rückzugsort von Obdachlosen oder Aussteigern, die von den Medien Waldmenschen genannt werden, leben. Die nächtigen auch in solchen Asthütten, meistens sind ihre Lagerplätze aber schmuddelig und von Müll übersät.

An einem Ort, wo über die Jahre immer mal wieder Hütten standen, und um den herum über den Winter gerodet wurde, steht eine Hütte. Zwischen zwei Stämmen ist ein Ast als Dachfirst, an den Stämmen sind aufgestellte Tannenäste Wände. Das ganze hat die Grösse eines Zeltes. Da können bequem zwei oder mehr Personen drin sitzen. Etwas weiter hinten liegt eine umgestürzte Tanne mit dem Wurzelkranz und dem Erdreich, was nochmals Windschutz bietet.

Siedlungsspuren sind keine zu sehen, alle Abfälle waren wieder mitgenommen worden. Etwa so musste wohl Robin Hood und seine Bande im Sherwood Forrest gelebt haben, denke ich. Oder lebten sie Baumhäusern, wie man das in Filmen zum Teil sieht?

zürich robin hood grünwald waldhütte

 

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