gut gegart ist halb gewandert

8. August 2025


Es ist eine Illusion, an diesem heissen Hochsommertag in der Höhe rund um Zürich etwas Abkühlung zu finden. Fahre dennoch, da die Geleise der Üetlibergbahn diesen Sommer ersetzt werden, mit der Luftseilbahn von Adliswil zur Felsenegg hoch, mit der Absicht, via Üetliberg nach Altstetten zu wandern. Die einzige Hoffnung, da ich erst am Nachmittag, nach der Arbeit, unterwegs bin, dass es gegen Abend schneller kühler wird, schliesslich ist die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche näher als Mittsommer. Doch weit gefehlt, mangels Wind ist es auf der Felsenegg fast so heiss, wie unten in der Stadt und in Adliswil. Also bestimmt weit über 30° Grad. Es gibt keinen Höhenvorteil.

Der Hochsommer ist auf der Albiskette nicht nur der Temperatur wegen zu spüren, vertrocknete goldene Kornfelder warten auf den Schnitt. Wanderer und Biker wird es erst gegen Abend unterwegs haben. Picknicke über der Felsenegg und geniesse die Aussicht seeaufwärts und gegen die Glarner Alpen. Das Weiterwandern könnte genauso gut in einem Backofen stattfinden. Gegen Abend erreiche ich den Üetliberg, eine Stunde bleibt noch, zumeist im Wald, wo es allmählich angenehmer wird, der tiefere Sonnenstand ist spürbar.

Felsenegg Adliswil Zürichsee Alpen 2025


Gemäss Karte und Wegweisern sollte ich nun in Altstetten sein. Da ich hier fünfzehn Jahre mit Vater unsere Agentur gehabt habe, weiss ich, dass ich zwar auf Altstetter Gebiet, aber nich in Altstetten bin. Man wird ins Niemandslands am Waldrand geführt. Genauer zur Kreuzung Lyrenweg und Friedhofstrasse zwischen Friedhof Eichbühl und den Sportplätzen Buchlern. Und wo fährt hier bitte schön die Eisenbahn, die zuvor auf dem Wanderweg-Wegweisern als Piktogramm angegeben war? Hier gibt es weder Haltestelle noch Einkaufsmöglichkeit, nur das Urteil, an der prallen Sonne weiterzugehen. Von hier zum Bahnhof Altstetten wäre es zu Fuss noch eine halbe Stunde, aber mit der Ortsangabe hätte ich zumindest den Lindenplatz oder das Dunkelhölzli erwartet

Ein paar Minuten später erreiche ich die Bushaltestelle Friedhof Eichbühl und habe Glück, in wenigen Minuten folgt der 35er. Die Fahrt dauert genau eine Viertelstunde an den Bahnhof Altstetten. Dank Klimaanlage bin ich etwas runtergekühlt. Die heutige Wanderung erfolgte nach dem Motto «gut gegart ist halb gewandert.»

Felsenegg Üetliberg Kornfeld Sendemast 2025


Altstetten Zürich Wanderwege 2025


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Gewitter – 1. August
der Killer aus der Friedhofsgasse – 12. Juli
gepunkteter Schatten – 12. Juli


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